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Midsommar 2026 – vom Ruhrpott ins Bergische Land

Die Ausfahrt um den Midsommar Termin ist schon Tradition. So geht es seit 2021 jedes Jahr auf Midsommar Tour. Die langen Tage eignen sich einfach um mal ein paar Kilometer mehr als üblich unter die Räder zu nehmen. Nachdem ich aufgrund einer Erkältung den ursprünglichen Termin absagen musste, ging es dieses Jahr dann erst im Juli auf Midsommar Tour. Dieses Jahr ging es vom Ruhrpott ins Bergische Land

Midsommar 2026 - vom Ruhrpott ins Bergische Land - Karte
Midsommar 2026 - vom Ruhrpott ins Bergische Land - Höhenprofil

Um 3:15 Uhr stieg ich in Düsseldorf aufs Rad auf geht es zum Treffpunkt nach Breitscheid. Gute 15 Kilometer ballern, die Strafe für die Trägheit beim Aufstehen. Aber so wird man direkt wach und warm!

Kurz vorm Treffpunkt kam mir der Frühaufsteher Ricardo schon entgegen. Ich erinnere mich noch an meine Nachricht am Abend zuvor „wenn du nicht schlafen kannst, komm mir ruhig entgegen„.  Gemeinsam ging es dann Richtung Ruhrpott. 

Nach ein paar ruhigen Kilometern an der Ruhr ging es dann über den RS1 rein ins Ruhrgebiet. Zwischen Oberhausen und Bottrop rollten wir entspannt durch die leeren Straßen. Gott sei Dank war mitten in der Nacht nichts los, tagsüber wäre das schon eine Qual gewesen. Nach 50 Kilometer standen wir am Fuß der Halde Haniel, die Auffahrt war nicht ganz so leicht zu finden, aber wir schafften es und schlängelten uns die graveligen Auffahrt hoch. Oben an der Halde hatte man einen unglaublichen Blick über das Ruhrgebiet. Die morgen Dämmerung sorgte für eine besondere Stimmung auf der wie eine Mondlandschaft wirkende Halde Haniel.

Die Abfahrt ging es asphaltiert runter. Bis wir vor einem Zaun standen, aber der Trampelpfad, der einfach einen Meter rechts um den Zaun herum führte, wirkte wie der „normale“ Weg. Sinnfrei aber gut für uns. Ohne Umweg ging es weiter!

Von der Halde Haniel ging es um die Ecke hoch zum Tetraeder. Offiziell heißt die Halde weniger Spektakulär „Halde Beckstraße„. Die wohl bekannteste Halde im Ruhrgebiet aufgrund des, von weitem schon sichtbaren, 60m hohen Tetraeders. Diesmal mit guter Auffahrt und guter Abfahrt, beides gepflastert ähnlich wie beim Tiger and Turtles. Direkt vor dem Tetraeder merkt man auf beeindruckender Weise wie groß das Teil ist, sieht man es ja sonst immer nur aus der Ferne.

Nach der Abfahrt waren es wieder nur knapp 10 Kilometer bis zur nächsten Halde – die wir auch hoch fahren – auf dem Weg dorthin haben wir nämlich noch Halde Graf Moltke III / IV, Halde im Brauck und die Morbruchhalde links und rechts liegen lassen. Unser Ziel war die Halde Rungenberg.

Nach nicht ganz 80 Kilometern und 3 Stunden Fahrzeit standen wir am Fuß der Halde und suchten die Auffahrt. Versteckt ging es durch die Büsche auf einem schmalen Pfad hoch, nach 800m kamen wir auf eine „Lichtung“, ein schmaler Trampelpfad passte zur Linie auf dem Radcomputer. Eine Alternative gab es nicht. Wagemutig stürzte ich mich hinauf. Kleiner Gang rein und ab geht es. Es lief ganz gut aber das Handy hätte ich vielleicht vorher wegstecken sollen, so schaffte ich es ohne ausklicken nicht bis ganz hoch. Ich nutze aber die Gelegenheit um Ricardo beim Klettern zu filmen. Elegant wie ein Leopard. Herrlich. 

Herrlich war nicht nur die Auffahrt, auch die Landschaft oben war herrlich. Ein breiter Schotterweg führte bis zum Gipfel der Halde. Vom Weg und der Halde hatte man wieder eine großartige Aussicht auf das Ruhrgebiet. 

Von der Halde Rungenberg ging es – bloß schnell – durch Schalkeland zur Halde Hoheward. Schon auf dem Weg sieht man die komischen Bögen auf der Halde, das Horizontobservatorium, quasi Stonehenge in modern. Leider schon kurz nach Eröffnung baufällig aber der Besuch der Halde lohnt sich trotzdem. Die Auffahrt schlängelt sich sehr eng aber wieder gepflastert hoch auf die riesig wirkende Halde. Nach 95 Kilometern erreichten wir um 7:30 den Gipfel, drehten eine Runde auf der Halde und schwangen uns dann in die rasante Abfahrt. 

Dies war dann auch die letzte Abfahrt von einer Halde für heute. Nach der Halde folgt die Trasse, davon gibt es im Ruhrgebiet natürlich auch reichlich. Wir rollten auf der Erzbahntrasse vorbei an Jahrhunderthalle und mitten durch Bochum. Wir trällerten Herbert Grönemeyer Lieder und rollten durch Bochum, Dortmund, Bochum, Dortmund, Bochum Dortmund.. wir sahen bestimmt 10 Ortschilder auf kurzer Strecke und grinsten uns bei jedem Wechsel einen. 

Nach 130 Kilometern ging es in Bochum-Langendreher auf die Trasse Rheinsicher Esel. Wir folgten der Trasse 10 Kilometer, kein Asphalt aber der feste Schotter lies sich sehr gut fahren. Nach der Trasse machten wir die erste Pause. Getränke auffüllen, ein paar Snacks. 9:15 Uhr andere Leute holten ihr Frühstück und wir hatten schon 143 Kilometer in den Beinen, fast die Hälfte war geschafft. 

Nach der Pause ging es nach Herdecke runter an die Ruhr, ein schöner Radweg führte uns am Fluss entlang, hier und da mal ein biestiger kurzer Anstieg. Aber für die Gelegnheitsradfahrer Dank E-Bike-Zeitalter scheinbar kein Problem. Von der Ruhr ging es dann ins bergische der Name war Programm. Abseits vom Fluss forderten uns dann auch die ersten Anstiege. Das „Dach“ der Tour – in einer wahnsinniger Höhe von 500m 😉  – hatten wir nach 179 Kilometer erreicht. Immerhin gab es zur Belohnung eine 8 Kilometer lange Abfahrt.

Es ging fortan auf und ab, auf schönen kleinen Landstraßen mit wenig Verkehr und schöner Landschaft. Hier und da trafen wir mal auf so Planwagenfahrten, ich glaub noch weniger beliebt bei den Autofahrern als wir Radfahrer. Es ging vorbei an der Bevertalsperre und wieder auf eine kleine Trasse. Mit der Trasse verpassten wir allerdings auch die nächste Tankstelle und liefen nach 225 Kilometer leer. Kein Trinken mehr und auch keine Tankstelle oder ähnliches in der Nähe, so nutzen wir die Gelegenheit und sprachen Leute in ihrem Garten an. Ganz selbstverständlich wurden unsere Trinkflaschen aufgefüllt, wir hätten sogar Sprudelwasser bekommen, gaben uns aber mit dem Leitungswasser zufrieden. Frisch betankt ging es weiter vorbei an der Dhünntalsperre – so viel Wasser und wir hatten Probleme mit den Trinkflaschen 😉

Die Midsommar-Sonne knallte, die erste Trinkflasche war quasi direkt wieder leer. Die zweite reichte dann aber noch bis zur nächsten Verpflegungsmöglichkeit bei Kilometer 242 in Bechen. Nach 11:15 Stunden gönnten wir uns somit die zweite offizielle Pause. Wasser, Cola, Eis – das Standard Programm.

In Burscheid ging es ein paar Kilometer über die Balkantrasse nach dem hügel-bügeln mal eine schöne Abwechslung um die Beine etwas zu schonen. Von der Trasse dann wieder über kleine Landstraßen nach Norden, durch Leichlingen und Underberg bis nach Solingen zur Korkenziehertrasse. 

Es war mega voll auf der Korkenziehertrasse, so blieb uns nur langsam fahren übrig, nach 800m an der nächsten Kreuzung wussten wir warum. Es war wohl Trassenfest, Verkehrshelfer und Polizei schickten uns von der Trasse und wir mussten uns einen alternativen Weg durch Soligen suchen. Also noch ein paar extra Höhenmeter gratis. Wir schafften es dann wieder auf einen freien Teil der Trasse aber es folgte die nächste Sperrung und es ging wieder runter. Nervig – hätte man es vorher gewusst, hätte man die Route hier anders geplant. So ließen wir dann von der Trasse ab und fuhren auf den guten, zuverlässigen Landstraßen

Nach 292 Kilometern ging es noch mal kurz an die Tankstelle. Letztes mal Getränke auffüllen und dann auf die letzten Kilometer über das Neandertal nach Hause. Ich hatte noch ein paar Körner gefunden und hatte Ricardo noch etwas aus dem Wind genommen, schließlich musste er von Düsseldorf noch 30 Kilometer weiter nach Hause.

Midsommar 2026 - vom Ruhrpott ins Bergische Land - Düsseldorf

Um 17:40 Uhr kamen wir nach 312 Kilometer wieder in Düsseldorf an. Was ein Tag, knapp 14,5 Stunden auf dem Rad. Morgens das leere Ruhrgebiet, dann tagsüber das leere bergische Land. Bestes Wetter, viele ruhige, schöne Straßen. Ein Schöner Tag! Midsommar Tour 2026 geschafft! Prost!

Midsommar 2026 - vom Ruhrpott ins Bergische Land - Finisher Bier

Nach dem Bier ging es für Ricardo noch 30km nach Hause, am Ende hatte er 348 Kilometer auf der Uhr. Respekt. Mir reichten die letzten 4 Kilometer vom Staufenplatz nach Hause.

Nackte Zahlen

Kilometer: 316
Höhenmeter: 3480
Fahrzeit: 12:24
Pausen: 2:34
Geschwindigkeit (Durchschnitt): 25,5 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 70,1km/h
Gewichtete Leistung 195 Watt

Speiseplan

  • 8 Gels, 
  • 1 belegtes Brötchen 
  • 3 Rosinenmörbchen 
  • 2 Eis
  • 1,5l Cola
  • 7,4l Wasser 

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