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Midsommar 2026 – vom Ruhrpott ins Bergische Land

Die Ausfahrt um den Midsommar Termin ist schon Tradition. So geht es seit 2021 jedes Jahr auf Midsommar Tour. Die langen Tage eignen sich einfach um mal ein paar Kilometer mehr als üblich unter die Räder zu nehmen. Nachdem ich aufgrund einer Erkältung den ursprünglichen Termin absagen musste, ging es dieses Jahr dann erst im Juli auf Midsommar Tour. Dieses Jahr ging es vom Ruhrpott ins Bergische Land

Midsommar 2026 - vom Ruhrpott ins Bergische Land - Karte
Midsommar 2026 - vom Ruhrpott ins Bergische Land - Höhenprofil

Um 3:15 Uhr stieg ich in Düsseldorf aufs Rad auf geht es zum Treffpunkt nach Breitscheid. Gute 15 Kilometer ballern, die Strafe für die Trägheit beim Aufstehen. Aber so wird man direkt wach und warm!

Kurz vorm Treffpunkt kam mir der Frühaufsteher Ricardo schon entgegen. Ich erinnere mich noch an meine Nachricht am Abend zuvor „wenn du nicht schlafen kannst, komm mir ruhig entgegen„.  Gemeinsam ging es dann Richtung Ruhrpott. 

Nach ein paar ruhigen Kilometern an der Ruhr ging es dann über den RS1 rein ins Ruhrgebiet. Zwischen Oberhausen und Bottrop rollten wir entspannt durch die leeren Straßen. Gott sei Dank war mitten in der Nacht nichts los, tagsüber wäre das schon eine Qual gewesen. Nach 50 Kilometer standen wir am Fuß der Halde Haniel, die Auffahrt war nicht ganz so leicht zu finden, aber wir schafften es und schlängelten uns die graveligen Auffahrt hoch. Oben an der Halde hatte man einen unglaublichen Blick über das Ruhrgebiet. Die morgen Dämmerung sorgte für eine besondere Stimmung auf der wie eine Mondlandschaft wirkende Halde Haniel.

Die Abfahrt ging es asphaltiert runter. Bis wir vor einem Zaun standen, aber der Trampelpfad, der einfach einen Meter rechts um den Zaun herum führte, wirkte wie der „normale“ Weg. Sinnfrei aber gut für uns. Ohne Umweg ging es weiter!

Von der Halde Haniel ging es um die Ecke hoch zum Tetraeder. Offiziell heißt die Halde weniger Spektakulär „Halde Beckstraße„. Die wohl bekannteste Halde im Ruhrgebiet aufgrund des, von weitem schon sichtbaren, 60m hohen Tetraeders. Diesmal mit guter Auffahrt und guter Abfahrt, beides gepflastert ähnlich wie beim Tiger and Turtles. Direkt vor dem Tetraeder merkt man auf beeindruckender Weise wie groß das Teil ist, sieht man es ja sonst immer nur aus der Ferne.

Nach der Abfahrt waren es wieder nur knapp 10 Kilometer bis zur nächsten Halde – die wir auch hoch fahren – auf dem Weg dorthin haben wir nämlich noch Halde Graf Moltke III / IV, Halde im Brauck und die Morbruchhalde links und rechts liegen lassen. Unser Ziel war die Halde Rungenberg.

Nach nicht ganz 80 Kilometern und 3 Stunden Fahrzeit standen wir am Fuß der Halde und suchten die Auffahrt. Versteckt ging es durch die Büsche auf einem schmalen Pfad hoch, nach 800m kamen wir auf eine „Lichtung“, ein schmaler Trampelpfad passte zur Linie auf dem Radcomputer. Eine Alternative gab es nicht. Wagemutig stürzte ich mich hinauf. Kleiner Gang rein und ab geht es. Es lief ganz gut aber das Handy hätte ich vielleicht vorher wegstecken sollen, so schaffte ich es ohne ausklicken nicht bis ganz hoch. Ich nutze aber die Gelegenheit um Ricardo beim Klettern zu filmen. Elegant wie ein Leopard. Herrlich. 

Herrlich war nicht nur die Auffahrt, auch die Landschaft oben war herrlich. Ein breiter Schotterweg führte bis zum Gipfel der Halde. Vom Weg und der Halde hatte man wieder eine großartige Aussicht auf das Ruhrgebiet. 

Von der Halde Rungenberg ging es – bloß schnell – durch Schalkeland zur Halde Hoheward. Schon auf dem Weg sieht man die komischen Bögen auf der Halde, das Horizontobservatorium, quasi Stonehenge in modern. Leider schon kurz nach Eröffnung baufällig aber der Besuch der Halde lohnt sich trotzdem. Die Auffahrt schlängelt sich sehr eng aber wieder gepflastert hoch auf die riesig wirkende Halde. Nach 95 Kilometern erreichten wir um 7:30 den Gipfel, drehten eine Runde auf der Halde und schwangen uns dann in die rasante Abfahrt. 

Dies war dann auch die letzte Abfahrt von einer Halde für heute. Nach der Halde folgt die Trasse, davon gibt es im Ruhrgebiet natürlich auch reichlich. Wir rollten auf der Erzbahntrasse vorbei an Jahrhunderthalle und mitten durch Bochum. Wir trällerten Herbert Grönemeyer Lieder und rollten durch Bochum, Dortmund, Bochum, Dortmund, Bochum Dortmund.. wir sahen bestimmt 10 Ortschilder auf kurzer Strecke und grinsten uns bei jedem Wechsel einen. 

Nach 130 Kilometern ging es in Bochum-Langendreher auf die Trasse Rheinsicher Esel. Wir folgten der Trasse 10 Kilometer, kein Asphalt aber der feste Schotter lies sich sehr gut fahren. Nach der Trasse machten wir die erste Pause. Getränke auffüllen, ein paar Snacks. 9:15 Uhr andere Leute holten ihr Frühstück und wir hatten schon 143 Kilometer in den Beinen, fast die Hälfte war geschafft. 

Nach der Pause ging es nach Herdecke runter an die Ruhr, ein schöner Radweg führte uns am Fluss entlang, hier und da mal ein biestiger kurzer Anstieg. Aber für die Gelegnheitsradfahrer Dank E-Bike-Zeitalter scheinbar kein Problem. Von der Ruhr ging es dann ins bergische der Name war Programm. Abseits vom Fluss forderten uns dann auch die ersten Anstiege. Das „Dach“ der Tour – in einer wahnsinniger Höhe von 500m 😉  – hatten wir nach 179 Kilometer erreicht. Immerhin gab es zur Belohnung eine 8 Kilometer lange Abfahrt.

Es ging fortan auf und ab, auf schönen kleinen Landstraßen mit wenig Verkehr und schöner Landschaft. Hier und da trafen wir mal auf so Planwagenfahrten, ich glaub noch weniger beliebt bei den Autofahrern als wir Radfahrer. Es ging vorbei an der Bevertalsperre und wieder auf eine kleine Trasse. Mit der Trasse verpassten wir allerdings auch die nächste Tankstelle und liefen nach 225 Kilometer leer. Kein Trinken mehr und auch keine Tankstelle oder ähnliches in der Nähe, so nutzen wir die Gelegenheit und sprachen Leute in ihrem Garten an. Ganz selbstverständlich wurden unsere Trinkflaschen aufgefüllt, wir hätten sogar Sprudelwasser bekommen, gaben uns aber mit dem Leitungswasser zufrieden. Frisch betankt ging es weiter vorbei an der Dhünntalsperre – so viel Wasser und wir hatten Probleme mit den Trinkflaschen 😉

Die Midsommar-Sonne knallte, die erste Trinkflasche war quasi direkt wieder leer. Die zweite reichte dann aber noch bis zur nächsten Verpflegungsmöglichkeit bei Kilometer 242 in Bechen. Nach 11:15 Stunden gönnten wir uns somit die zweite offizielle Pause. Wasser, Cola, Eis – das Standard Programm.

In Burscheid ging es ein paar Kilometer über die Balkantrasse nach dem hügel-bügeln mal eine schöne Abwechslung um die Beine etwas zu schonen. Von der Trasse dann wieder über kleine Landstraßen nach Norden, durch Leichlingen und Underberg bis nach Solingen zur Korkenziehertrasse. 

Es war mega voll auf der Korkenziehertrasse, so blieb uns nur langsam fahren übrig, nach 800m an der nächsten Kreuzung wussten wir warum. Es war wohl Trassenfest, Verkehrshelfer und Polizei schickten uns von der Trasse und wir mussten uns einen alternativen Weg durch Soligen suchen. Also noch ein paar extra Höhenmeter gratis. Wir schafften es dann wieder auf einen freien Teil der Trasse aber es folgte die nächste Sperrung und es ging wieder runter. Nervig – hätte man es vorher gewusst, hätte man die Route hier anders geplant. So ließen wir dann von der Trasse ab und fuhren auf den guten, zuverlässigen Landstraßen

Nach 292 Kilometern ging es noch mal kurz an die Tankstelle. Letztes mal Getränke auffüllen und dann auf die letzten Kilometer über das Neandertal nach Hause. Ich hatte noch ein paar Körner gefunden und hatte Ricardo noch etwas aus dem Wind genommen, schließlich musste er von Düsseldorf noch 30 Kilometer weiter nach Hause.

Midsommar 2026 - vom Ruhrpott ins Bergische Land - Düsseldorf

Um 17:40 Uhr kamen wir nach 312 Kilometer wieder in Düsseldorf an. Was ein Tag, knapp 14,5 Stunden auf dem Rad. Morgens das leere Ruhrgebiet, dann tagsüber das leere bergische Land. Bestes Wetter, viele ruhige, schöne Straßen. Ein Schöner Tag! Midsommar Tour 2026 geschafft! Prost!

Midsommar 2026 - vom Ruhrpott ins Bergische Land - Finisher Bier

Nach dem Bier ging es für Ricardo noch 30km nach Hause, am Ende hatte er 348 Kilometer auf der Uhr. Respekt. Mir reichten die letzten 4 Kilometer vom Staufenplatz nach Hause.

Nackte Zahlen

Kilometer: 316
Höhenmeter: 3480
Fahrzeit: 12:24
Pausen: 2:34
Geschwindigkeit (Durchschnitt): 25,5 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 70,1km/h
Gewichtete Leistung 195 Watt

Speiseplan

  • 8 Gels, 
  • 1 belegtes Brötchen 
  • 3 Rosinenmörbchen 
  • 2 Eis
  • 1,5l Cola
  • 7,4l Wasser 

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Malle ist nur einmal im Jahr

Nach Schnee und Sturm dachten war Zeit für was schönes auf Mallorca also ging es für Malte, Stefan und mich Anfang März für 5 Tage nach Mallorca. Trainingslager, Radfahren oder einfach ne gute Zeit haben… nennt es wie ihr wollt.

Tag 1Batterie laden und Räder warm fahren63 km, 542 hmKomoot
Tag 2Oooh-rangen aus Sollér142 km, 2050 hmKomoot
Tag 3Fahr quer, haste mehr188 km, 2121 hmKomoot
Tag 4Drei heilige Hügel142 km, 1613 hmKomoot
Tag 5Randa, Raanda, Raaanda78 km, 1086 hmKomoot

Tag 1 – Batterie laden und Räder warm fahren

Anreise, das übliche früh raus, Flughafen Brimborium im Flieger die Augen zu versuchen ne Runde zu schlafen. Die Dinger werden auch immer kleiner vor 20 Jahren war da mehr Platz oder ich nicht so groß… Aber Malle ist schließlich nur einmal im Jahr!

Pünktlich in Palma gelandet, ab mit dem Bus zum Hürzler, Räder abholen und zur Bude.
Stefan der schon ein paar Tage auf der Insel war begleitete uns direkt hoch. Oben war der Plan mit dem Auto Stefans Sachen aus dem Hotel abzuholen, leider sprang das Auto nicht an. Also erstmal Batterie laden…

Zwischenzeitlich waren Malte und ich zu Fuß einkaufen und Stefan hat schon Mal den wichtigsten Teil seiner Sachen mit dem Rad aus dem Hotel geholt.

Als wir alle wieder zurück waren ging es natürlich noch eine Runde auf die Räder… schließlich sind wir ja zum Radfahren hier!

Auf dem Plan standen knapp 70 Kilometer, Küstenstraße Richtung Cala Pi und dann über kleine ruhige Camino’s nach Llucmajor. Von dort ging es durch den Ort über einen kleinen unbekannteren Weg den Puig de Randa hoch, quasi von hinten. Super ruhig aber mit 8 Kilometern etwa 2 Kilometer länger und 80 Höhenmeter mehr zu fahren als der bekannte Weg durch den Ort Randa. Hier und da lag noch reichlich Gestrüpp von den vergangenen stürmischen Tagen. Als Abfahrt allerdings generell, aufgrund der schlechten Oberfläche und engen Kurven, nicht als Alternative zur klassischen Route zu empfehlen. Schlussendlich führt dieser Weg aber auch auf die original Route.

Auf dem Gipfel war es ganz schön frisch, der Wind pfeift einem um die Ohren. Armlinge an, Windweste an und nach ein paar entspannten Fotos ging es die flotte Anfahrt runter. Ballern!

Ab jetzt war die Stecke ja eine alte Bekannte also ganz entspannt zurück durch Llucmajor und den Camino de sa Torre. Ein paar Wellen etwas bissiger genommen zu Hause wartete ja schließlich das Bier.

Vor dem Bier noch der Test, springt das Auto an. Reichen 5 Stunden Batterie laden? Ja es reichen 5 Stunden Batterie laden, das Auto sprang an! Also schnell mit Stefan ne Runde drehen und die restlichen Sachen aus dem Hotel abholen. Kurz noch am Supermarkt vorbei und da wartete Malte auch schon mit dem Essen auf uns.

Abendessen, Tourenplanung für den nächsten Tag und ein, zwei Bierchen. Fertig! Urlaub ist anstrengend 😉

Zahlen des Tages

Distanz 63,02km
Anstieg 542hm
Fahrzeit 2:22:00
Schnitt 26,6kmh


Tag 2 – Oooh-rangen aus Sollér

7:30 Uhr aufstehen! Ist ja hier kein Urlaub sondern Radsport!
Frühstücken, in die Kostüme und ab auf die Straße!

Heute ging es nach Palma, den Küstenradweg bis hinter den Hafen und nach Westen in die Hügel ab zum Coll de sa Creu. Schöner Anstieg 5,8km lang, 319 Höhenmeter und 5,5% Steigung im Schnitt, mit Spitzen bis 12%. Auf einer ruhigen, guten Straße durch den Wald. Ich dachte Malte prescht da aus meinem Windschatten an mir vorbei, ich beschleunigte. Aber es war eine junge Frau mit Tschechischen Teamtrikot, vielleicht ein Profi? Sie grüßte nett, wir fuhren ne Runde zusammen und als es steiler war passte der Rhythmus nicht und ich zog weiter. Im Anstieg überholten uns die Jungs von Team Remse wieder, die hatten wir in Palma schon Mal vorbei gelassen. Auch so waren einige Rennradfahrerinnen und Fahrer unter Wegs. Manche richtig frisch und flott. Zur Belohnung gab es für alle eine flotte Abfahrt.

Kurz vor Establiments führte uns die Route links ab auf einen kleinen Weg, durch schmale Gassen ging es traumhaft ruhig die ein oder andere Wand hoch. Hinter Esporles ging es Richtung Valldemossa den Coll de Claret hoch. Herrliche Serpentinen schlingelten sich durch die Felsen. 180 Höhenmeter auf etwa 4 Kilometer und großzügige Aussichten Richtung Palma warten auf uns.

Als mein Wahoo mir die letzten 2 Kilometer des Anstiege anzeigte dachte ich drückste Mal aufs Pedal also mit flotten Tempo hoch oben umgedreht und dann zurück um noch ein paar Fotos von den Jungs in den Serpentinen zu machen. Komm ich da runter stehen die Jungs und machen Landschaftsfotos… Radsport! Kein Urlaub!

Vom Gipfel führten die Straße dann an der Küste entlang vorbei an Deiá bis Sollér. In Sollér gab es natürlich wieder Orangen Eis, Klassiker! Wir gönnten uns noch Kaffee, Cola und ein wenig Pause. Mit den Leoparden Trikots kommt man immer Mal wieder ins Gespräch und tauscht hier und da noch ein flotten Spruch mit den anderen Touris aus. Man fällt auf jeden Fall auf.

Von Sollér ging es den Coll de Sollér rauf, Tunnel ist für Radfahrer gesperrt. Aber wer will schon Tunnel wenn er Coll haben kann? Vom Tunnel bis zum Gipfel hab ich versucht schnell den Anstieg zu fahren, am Ende 16:12 für die 5,02km also immerhin 1:43 schneller als in September letzten Jahres. Fühlte sich nicht so an, ich hatte das Segment auch nicht auf dem Wahoo aber am Ende auch völlig egal. Platz 6.516 von 70.295. Trotzdem ein schöner Anstieg der mir Spaß macht.

Oben hab ich dann auf die Jungs gewartet und währenddessen am Gipfel auf den letzten Metern die ganzen Rennradfahrinnen und Fahrer mit einem lauten „Vamos!!!“ angefeuert. Die meisten lächelten und alle schafften die letzten Meter 😉

Ab Sollér ging es dann nur noch runter, Stefan machte nach der Abfahrt die Lok und zog uns mit bis zu 50kmh bis Marratxi. Stark! Über Sa Cabaneta und Sant Jordi ging es hinterm Flughafen vorbei Richtung Süd-Osten bis runter an die Strandpromenade von s’Arenal und weiter bis nach Hause die Ma6014 hoch. Für Stefan und mich eine altbekannte Route die wir schon im September regelmäßig gefahren sind. Premiere für Malte, der kam aber auch sicher hoch.

Zu Hause gab es erstmal den im Radsport üblichen Regenerationshopfen, ein Bier auf die Tour. Großartige Leistung von Malte der quasi ohne viel Radkilometer in den Beinen aber noch viel Winterreserven oberhalb der Beine hier ein Coll nach dem anderen ohne Murren absolviert!

Zahlen des Tages

Distanz 141,56km
Anstieg 2050hm
Fahrzeit 6:00:56
Schnitt 23,5kmh


Tag 3 – Fahr quer haste mehr!

Heute ging es einmal quer über die Insel vom Süden in den Norden. Von Badia Blava zum Cap Formentor, knapp 200 Kilometer. Aber was willste machen, sind ja nicht zum Spaß auf Mallorca!

Der Wind trug uns über den Camino nach Llucmajor am Randa vorbei bis Algaida. Durch schmale Gassen, manch einer behauptet falschrum durch Einbahnstraßen, ging es durch die kleine Stadt und dann ab in den nächsten Camino. Auf und ab, links und rechts immer auf kleinen ruhigen Straßen. Herrlich, der Wind drückte von hinten die Sonne von oben es rollte sich sehr gut!

Die Insel ist super grün, die Wiesen, Sträucher und Bäume blühen, die Bäche führen ganz ungewöhnlich sogar Wasser! Und hier und läuft das Schmelzwasser aus den Bergen noch über die Straße.

Im Norden in Port de Pollenca angekommen landet man direkt an der Strandpromenade, nix los aber herrlich schön. Kurz ein paar Fotos, frische Getränke und dann kam nach 74 Kilometern der eigentlich Anstieg hoch zum Cap Formentor.

Der erste Anstieg zum Cap war ganz gut zu fahren, 4,5km überwiegend angenehme Steigungen, nur einmal geht’s etwas knackiger in die 9-10%. Am Gipfel, ist man aber noch lang nicht oben, es geht erst wieder runter, bevor es dann durch einen Pinienwald wieder langsam hoch zum wirklichen Cap Formentor geht welches wir nach gut 18 Kilometern erreicht hatten.

Man sah am Straßenrand noch viele Schäden von dem letzten Schnee, umgestürzte Bäume, Äste und anderer Dreck lag neben und teilweise auch auf der Straße.

Die letzten 200m zum Cap Formentor waren komplett gesperrt, man kam mit dem Rad an der Absperrung vorbei aber viele Autofahrer schreckten die Warnschilder 6 Kilometer vor dem Gipfel wohl ab, so war es dort recht ruhig. Wobei der Wind ordentlich ums Cap wirbelte und wir froh waren mit normalen, niedrigen Felgen dort hochzuklettern. Manch einer ist von Rad abgestiegen. Beide Hände am Lenker war Pflicht. Aufmerksam steuern wir durch die gefährlicher Böen und kamen sicher zum Cap und wieder zurück.

Nach dem Anstieg ist vor dem Anstieg, so auch hier, der Rückweg glich natürlich dem Hinweg. Erst wieder runter vom Cap Formentor und dann wieder hoch bevor es wieder ganz runter zum Port de Pollenca ging.

In Port de Pollenca gönnten wir uns noch eine Pause, ein paar Bocadillos, frische Getränke und noch etwas Süßkram. Gut versorgt ging es auf den Rückweg. 74 Kilometer to go!

Der Wind drehte nicht wie vorhergesagt ab und blies uns immer wieder ins Gesicht, genau das richtige nach der Kletterei… Nicht. Aber was willst machen, ist ja kein Urlaub sondern Radsport! Beißen!

Wir bissen uns ohne große Probleme bis nach Hause und ließen den Abend bei einer Pizza und ein, zwei… Bier beim Italiener um die Ecke ausklingen. Verdient ist verdient!

Zahlen des Tages

Distanz 187,88km
Anstieg 2121hm
Fahrzeit 7:49:16
Schnitt 24,0kmh


Tag 4 – Drei heilige Hügel

Die letzte Ausfahrt zu dritt, drei Leute, drei Hügel! Es ging heute durch den Südosten der Insel. Auf dem Programm standen die folgenden Hügel:

Es ging klassisch über den Camino nach Llucmajor den Randa hoch, Stefan gab unten hinten Llucmajor schon Gas ich rollte mit Malte gemütlich bis zum Fuß des Anstiegs und gab dann erst Druck auf die Kette. 500m vorm Gipfel ballerte mir Stefan entgegen, er wollte den Randa heute zweimal fahren. Ich sammelte Malte in der Abfahrt ein und begleitet ihn nochmal mit zum Gipfel. In unserer Abfahrt flogen wir dann Stefan wieder entgegen… Katz und Maus!

Wieder vereint rollten wir zügig vom Randa nach Petra um dort den Bonany zu erklimmen. Bis auf ein zwei fiese Ecken, recht moderat zu fahren. Oben eine schöne Aussicht, wenn auch der Bonany mit einer Höhe von 317m nicht so hoch ist wie der Sant Salvador mit 509m oder der Randa mit 542m.

Vom Bonany nach Felantix ließ es sich gut fahren. Der leichte Rückenwind und Malte in bester #ballen Stimmung drückten uns nur so über die kleinen Wellen.

Kurz vor Felantix kamen wir zufällig an einem Rallye Event vorbei, kleine aufgemotzte Autos die von ihren Fahrern am Limit durch den Sand gejagt wurden. Quasi wie bei uns 😉

Nach dem Rennen ging es durchs wuselige Felantix an den Fuß des Anstiegs zum Puig de Sant Salvador. Unten an der Tankstelle gab es eine kleine Pause, kurz ein Snickers und Gewicht für die Trinkflaschen. Trainingseffekt und so.

Der Anstieg hoch auf den Sant Salvador ist ein schöner, kurviger Anstieg. Mit knapp über 7% geht es 5,3 Kilometer hoch auf 509 Metern. Oben auf dem Gipfel befindet sich die Wallfahrtskirche Santuari de Sant Salvador. Neben dem Trinkwasserbrunnen vor der Kirche, findet man in der Kirche als weiteres Highlight die Trikots des mallormallorquinischen Rad-Weltmeisters Guillermmo Mortimer. Kaum zu übersehen ist die knapp 40 Meter hohe Christusstatue. Ähnlich wie sie, hat man einen überragenden Rundblick auf die Insel.

Die Abfahrt vom Sant Salvador war Stefan und mir von September noch bekannt und lässt sich generell gut einsehen und abfahren. Also Vollgas?!

Der Sant Salvador war der letzte Anstieg, jetzt ein Café con Leche und die Welt ist in Ordnung. Sonntag in der Nebensaison war das nicht so leicht. So rollten wir durch Felantix, noch etwas Gravel aber nix wildes. Sind ja mit Malte unterwegs, da ist immer mit Gravel zu rechnen. Die Strecke von Felantix nach Campos rollte ganz gut, Stefan macht ordentlich Führung aber auch Malte und ich kämpften uns für die Gruppe durch den Wind. Warum sollte man auch flach rollen, wenn die Beine eh schon angezählt sind.

Mein Ziel war das Restaurant c’as Busso in der Kurve vor dem Abzweig nach Cala Pi. Ballern für‘ Kaffee! Als wir Rad an Rad über die Landstraße kachelten, rutschte mir das Hinterrad auf einem Stück Sand weg, ich könnte es ohne Probleme halten, hatte aber Malte am Vorderrad touchiert. Schrecksekunde! Aber wie sind ja alle Profis und geschickt wie eine Raubkatze, für einen Sturz reichte es längst nicht aber Puls war da!

In der „Kurve“ angekommen liebäugelten wir sogar mit Datteln im Speckmantel oder doch gleich das Hauptgericht? Es sah alles lecker aus, aber leider kam kein Kellner, so haben wir es auch 20min nicht geschafft etwas zu bestellen und es aufgegeben. Die Beine waren gerade in den Regenerationsmodus gewechselt und schon ging es weiter über überwiegend kleine Caminos die letzten knapp 10 Kilometer „aktive Regeneration“ nach Hause.

Zum Abendbrot gab es dann halt Pizza, Malte und ich holten diese im Nachbarort und konnten uns so noch ein wenig die Beine vertreten während Stefan sein Rad und Zubehör für den Rückflug fertig packte. Nachdem essen gab es noch etwas GoPro TV mit Junkfood und dem ein oder andere Regenerationsbierchen.

Zahlen des Tages

Distanz 142,23km
Anstieg 1613hm
Fahrzeit 5:39:18
Schnitt 25,2kmh


Tag 5 – Randa, Raanda, Raaanda

Heute geht der Flieger zurück, aber bevor der abhebt geht’s noch Mal mit dem Rad ne Runde in den Himmel. Okay es war nur der Randa mit einem Anstieg von 312 Metern, aber dafür gleich drei Mal.

Die lockere Anfahrt heute etwas anders, weniger Landstraßen mehr Camino.

Die erste Runde stand Vollgas auf dem Programm, das Segment war dieses Mal sogar auf dem Wahoo und zack stellt man fest es geht ja schon viel früher los als gedacht… Also Beine in die Hand und auf geht es!

Der Puig de Randa lässt sich, wie schon 2022 beurteilt, gut fahren. Ein zwei fiese Kehren aber im Prinzip nichts wildes. An Tag 1 und Tag 3 stand er ja bereits auf dem Programm und war neben dem Bier eine der Konstanten dieses Urlaubs.

Der Wind spielte heute eine größere Rolle, gerade das letzte Stück blies einem der Wind noch Mal kräftig ins Gesicht. Am Ende reichte es trotzdem für eine deutliche Verbesserungen des PRs von 15:04 auf 14:35. Kein Weltrekord aber für mich persönlich mega cool. Malte der quasi mit 300 Jahreskilometern und einer bescheidenen Saison 2022 auf Mallorca ankam konnte seinen PR am Randa auch deutlich auf unter 20 Minuten drücken.

Nach dem ballern, hieß es nun nur noch genießen. Abfahrt! Dann wieder Auffahrt, aber entspannt und oben dann wieder umdrehen und wieder abfahren. So langsam kennt man die Strecke auswendig und man hat insbesondere nach dem hoch geballere das Gefühl, etwas langsamer ist es total easy. Im dritten Anstieg überholte uns ein richtig durchtrainierter Kollege und Malte rief eine Kiste Bier aus wenn ich ihn einhole, also Eskalation… Ich glaub der Typ hat es gemerkt ich war vor der Kehre wenige Meter nah dran aber Zack war er weg. Aus der Kiste wurde nix, dafür brachte Malte, den Niels, Düsseldorfer Bekanntschaft mit hoch.

Nach der Randa-lation gönnten wir uns in Llucmajor noch ein Bier – mit Alkohol – und ne Cola, Regeneration ist das A und O. Der Platz war voll mit Rennradlern ans Bier traute sich außer uns allerdings noch keiner. Für uns war der Tag allerdings auch schon durch. Noch nach Hause rollen, die Wohnung aufräumen, Räder wegbringen und Abends in den Flieger zurück nach Düsseldorf. 5 Tage Mallorca, die Zeit verging wie auf dem großen Blatt 😉

Zahlen des Tages

Distanz 78,36km
Anstieg 1068hm
Fahrzeit 3:32:54
Schnitt 22,1kmh

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MALLORCA ’22 – TAG 6, HAUSBERG ZUM ABSCHLUSS

Der Flieger geht erst am Abend, also auf die Räder, fertig, los! Der Mallorca Urlaub began mit der Tour zum Randa also warum nicht genau so beenden? Die Strecke kennt man mittlerweile, so rollte man einfach vor sich hin.

Am Randa gab es dann noch mal etwas Druck aufs Pedal. Wer zu erst oben ist…. 3… 2… 1… Attacke! Am Ende reichte es sogar für ein neuen persönlichen Rekord, „Randa full climb“ in 16:12 Platz 14269 /63386. Denke die Top 10 ist mir bald sicher 😉

Abfahrt, die Belohnung für den Anstieg! Laufen lassen… es ging flott runter und auch flott weiter, 39er Schnitt vom Randa zurück zur Ferienwohnung. Da weiß man wenigstens später wo die Krämpfe im engen Flugzeugsitz her kommen. Starker Abschluss für ein paar starke Tage auf Mallorca!

Zahlen des Tages

50 Kilometer
487 Höhenmeter
29,7kmh Durchschnittsgeschwindigkeit

Route auf Komoot

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50. Rund um die Kö

Sonntag 12. September, 8 Uhr in Düsseldorf, auf der Heinrich-Heine-Allee beschmeißen sich Jugendliche noch mit Bierflaschen und auf der Königsallee wird fleißig abgeschleppt. Autos natürlich. Letzte Absperrgitter werden zurechtgerückt und Stefan Hörsken vom Cycling Club Düsseldorf macht einen Soundcheck. Was ist nur los? Rund um die Kö startet zum 50. Mal!

Die Kö, der Prachtboulevard der sonst nicht mal halb so groß ist, weil der Rest von Autos zugeparkt ist wirkt riesig, offen und frei. Perfekt um ein paar Runden zu drehen. Nicht mit dem Supercar – die dürfen am Wochenende ja eh nicht mehr her – sondern mit den Superbikes…. Pianrello, Colnago, Trek, Specialized jede Menge teures Plastik aber auch edler Stahl ist am Start.

Unser Hakuna Matata Racing Team schnappt sich die Startnummern, bespricht letzte Taktiken und rollt sich für die erste Runde der Stadtmeisterschaft warm. Der Gegner, DixSept, ein bekannter aus der ersten Runde und dem Finale 2019. Quasi das Classico von Rund um die Kö.

Nach dem Fahrerbriefing geht es los, die erste Runde fährt das Team TGV op de Kö gegen das Team 40468 Cloppenburger Weg. Den Auftakt gewinnt das Team vom Cloppenburger Weg. In der zweiten Paarung trifft Bellsangels auf die Kettenhunde. Erstere springen für das Team RTC DSD ein und haben gerade noch vor dem Start einen vierten Fahrer organisieren können. Doch trotz der kurzfristigen Verpflichtung reicht es nicht. In der dritten Begegnung fährt das Porno Al Forno Original Schlüssel Team gegen das Team Straßen4er. Während der Straßen4er gewinnt rollen wir uns auf der Kasernenstraße ein.

Heiß wie Frittenfett geht es auf die Startposition. 3, 2, 1 los… Ricardo, Alex, ich und Malte (Reihenfolge???) reihen uns wie an einer Perlenschnur auf. Vollgas bis zur ersten Kurve, durch die Kurve und dann wieder Vollgas, Führungswechsel und bis zur Kurve… Es macht richtig Bock aber es läuft noch nicht so rund. Ricardo verliert den Anschluss, wir nehmen raus… 52km/h… 47… 40… 38… Was ist da los? Plötzlich ruft Ricardo „ich hab’en Platten„. Ich höre nur „zieh durch, zieh durch“ und ziehe die letzte Führung durch. Am Ende kommen alle ins Ziel, 5:58, 20 Sekunden hinter DixSept. Wie 2019, jetzt können wir nur noch über die beste Zeit weiterkommen.

Im fünften Rennen fährt das agile sipgate Team gegen das Campana Racing Team. Am Ende gibt es keine Gnade für den Hauptsponsor Sipgate und die Jungs vom Campana Racing Team gewinnen das Rennen.

Das Düsseldorfer Nachwuchsteam „SG Radschläger Kids“ fahren aufgrund der Absage des Cyclits Cycling Collective ohne Gegner und kommen sicher weiter.

Nach dem Rennen war etwas Zeit um den anderen Rennen beizuwohnen, etwas über die Kö zu flanieren. Ein Paar Socken von Lifeisaride.de – übrigens Schöpfer unserer Trikots, zwei Schicke Mützen für die Kids und ganz wichtig was zu essen!

Neben den Rennen trifft man alle die Leute die man teilweise nur von Strava kennt oder zumindest in Zivil nur schwer erkennt. Verwandtschaft, Freunde mit jedem Rennen füllt sich die Kö mehr und mehr, das anfangs noch zurückhaltende Wetter dreht ebenfalls auf. Man tauscht sich aus und genießt das Radsportspektakel.

Wie bei der letzten Austragung von Rund um die Kö, gab es dieses Jahr wieder Schülerrennen und den Petit Départ. Ein buntes Feld, vom auf Wettkampf getrimmten Rennrad bis zum zu Fahrrad zwei Nummern zu klein, mit Korb und Schloss am Rahmen war alles dabei. Aber egal welches Rad alle kämpften sich großartig 10 Runden über die Kö.

Neben dem reinen Frauenrennen, war das Lastenradrennen eines der neuen Formate dieses Jahr. Besondere Challenge unterwegs muss Ladung geladen und gelöscht werden. Unglaublicher Spaß vor allem als Zuschauer.

Am Nachmittag ging es bei der Stadtmeisterschaft weiter, wir konnten uns dieses Mal ohne Platten, gegen die Straßen4er durchsetzen. Neben uns sind auch die Kettenhunde, DixSept und das Campana Racing Team weitergekommen. DixSept musste im Halbfinale gegen das Campana Racing Team ran. Ein packendes Rennen, am Ende kommen DixSept mit 5:39.90 und das Campana Racing Team mit 5:39.66 ins Ziel. Bitter, für die Kumpels von DixSept aus Düsseldorf, aber gut für uns, unser „Angstgegner“ ist raus. Wir siegten gegen die Kettenhunde und mussten im Finale gegen das Campana Racing Team fahren. Chancenlos verloren wir das Finale mit 11 Sekunden Rückstand, aber im 2. Jahr, das zweite Mal, Zweiter… ich denke da ist eine Tradition geboren!

Nach dem die Stadtmeisterschaft gefahren genossen wir noch die anderen Rennen jubelten Alex beim FixedGear Crit zu, feierten Irena bei Ihrer Fahrt zum Sieg im Hobbyrennen der Frauen und tranken das ein oder andere Bier. Nach der Siegerehrung, löste sich unsere Truppe auf, die Kids mussten nach x Stunden Radsportspektakel nach Hause. Malte und ich blieben auf einige letztes Biere und guckten uns noch das Amateurrennen der Herren an. Max, eben noch Gegner aus dem Team DixSept jetzt von uns mit allem was wir hatten angefeuert. Das ist Radsport!

Fazit

Rund um die Kö, Radsport der Extraklasse und das für die ganze Familie.
Bei Traumwetter gab es großartige Rennen, viel Abwechslung, nette Leute und gute Stimmung. Bestens organisiert Dank breiter Unterstützung von Porno al Forno Original Schlüssel, Schicke Mütze, Cycling Club Düsseldorf und vielen weiteren helfenden Händen!
Im nächsten Jahr hoffentlich mit etwas mehr Ausstellern, Pommes und einer Hüpfburg 😉